Salurn

Salurn, südlichste Gemeinde Südtirols

Salurn ist ein Dorf mit etwas mehr als 3.500 Einwohnern, welches innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland und direkt an der Südtiroler Weinstraße liegt. Zur Gemeinde Salurn gehören die Fraktionen Buchholz und Gfrill.

Befindet man sich in Salurn, ist man zugleich im südlichsten Dorf Südtirols und des geschlossenen bairischen Sprachraums. Der Ort befindet sich zirka 30 Kilometer in südlicher Richtung von der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen entfernt und zugleich nördlich der gleichnamigen Salurner Klause. Ebenfalls ist bei Salurn die deutsch-italienische Sprachgrenze. Salurn liegt auf einer Höhe von 224 Metern über dem Meeresspiegel und wird auf Italienisch „Salorno“ genannt.

Wer die Gelegenheit hat, Salurn zu besichtigen, sollte dies auf jeden Fall tun. Die uralte Siedlung ist sehr sehenswert und hat bereits ein sehr ausgeprägtes südländisches Flair. Salurn erstreckt sich unterhalb der Haderburg und ist von bewaldeten Berghängen, aber auch von Obst- und Weingärten umgeben. Bis nach Salurn führt die Südtiroler Weinstraße.

Die Geschichte von Salurn

Das Gemeindegebiet von Salurn wurde schon von den Römern besiedelt. Schon zur Zeitenwende entstand hier eine römerzeitliche Siedlung, welche ursprünglich auf einem Schuttkegel erbaut wurde. Der Schuttkegel, auf dem Salurn erbaut wurde, bildete sich am Fuße des Titschenfalles. Urkundlich erwähnt wurde Salurn im Jahr 575 nach Christus. In diesem Jahr drangen die Franken in den Süden vor und konnten durch Kämpfe durch den langobardischen Herzog von Trient zurückgeschlagen werden. In diesem Zusammenhang wurde Salurn – damals als „Salurnis“ – erstmals urkundlich erwähnt.

Dadurch, dass Salurn auf einem Schuttkegel erbaut wurde, wurde ein natürlicher Schutz vor dem Hochwasser der Etsch – dem größten Fluss Südtirols und zweitgrößten Fluss Italiens – erreicht. Die Etsch überschwemmte regelmäßig das Südtiroler Unterland; daher war die erhöhte Lage dieses Gebietes von Salurn für eine Besiedlung mehr als geeignet. Die Erbauung Salurns auf einem Schuttkegel hatte auch die Folge, dass die Straßen vom Ortskern trichterförmig nach unten führen.

Die strategische Lage Salurns wirkte sich auch für den folgenden Aufstieg des Ortes aus. In Salurn beginnt der Weg über den Sauchsattel ins Cembratal. Über diesen Weg konnte man die Salurner Klause umgehen. Der Weg wird auch als der „Dürerweg“ bezeichnet. Damals war das Unterland aufgrund des Sumpfes nicht passierbar. Daher musste man den Weg über den Sauchsattel gehen, welchen auch der Nürnberger Albrecht Dürer im Jahr 1494 nutzen musste und damit zu seinem (Bei-)Namen „Dürerweg“ kam. Salurn war auch für den Handel und die Postwege aufgrund dessen, dass damals die Via Claudia Augusta hier in Richtung Süden vorbeiführte, äußerst interessant.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Salurn im Jahr 1919 zu Italien. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass sich im Jahr 1921 die Mehrheit der Bewohner Salurns im Rahmen der Volkszählung als Bürger der deutschen Sprachgruppe angehörig erklärten. Die staatliche Kommission hatte die Daten jedoch anschließend korrigiert, indem Bewohner mit italienisch klingendem Familiennamen der italienischen Sprachgruppe zugeordnet wurden. Damit war die Mehrheit der deutschen Sprachgruppe nicht mehr gegeben, wie dies in anderen Gemeinden des Südtiroler Unterlandes ebenfalls der Fall war.

In den Jahren von 1921 bis 1948 gehörte das gesamte Unterland – und damit auch Salurn – zur italienischen Provinz Trient. Die Regierung hatte diese Maßnahme zur Italienisierung der „Gemischtsprachigen Gebiete“ beschlossen. Die Südtiroler Volkspartei hatte am 30.05.1946 eine Protestkundgebung organisiert, im Rahmen der auf dem Hügel Castelfeder gefordert wurde, das Unterland zur Provinz Bozen zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten von Salurn

Salurn im südlichsten Teil von Südtirol ist immer einen Besuch wert. Doch in dem Ort sind auch Sehenswürdigkeiten, die man sich auf jeden Fall im Rahmen eines Besuchs ansehen sollte.

Der Dorfkern von Salurn

Sehenswert von Salurn ist schon alleine der Dorfkern. Dieser wird durch alte  Herrschaftshäuser und Ansitze geprägt, welche aus der Renaissance- und Barockzeit stammen. Aber auch das südländische Klima und Flair machen Salurn zu einem ganz besonderen Ort in Südtirol.

Die Haderburg

Die Haderburg gilt als Wahrzeichen Salurns und befindet sich direkt in den Berghängen oberhalb von Salurn und kann vom Ortskern hervorragend gesehen werden. Schon alleine die Lage, wie diese Burg bzw. einstiges Schloss einmal erbaut wurde, ist sehenswert. Die Haderburg wurde direkt auf einem Felskopf bzw. Felszahn – auf einem hoch hinaus ragenden Felsen – erbaut. Zur Haderburg, welche bereits zur Ruine verfallen ist, kann man über einen Fußweg gelangen.

Die genaue Erbauungszeit der Haderburg ist nicht bekannt, jedoch wurde das Schloss bereits im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Daher wird davon ausgegangen, dass die Haderburg bereits im Zuge der ersten Burgenbauperiode erbaut wurde und somit zu den ältesten Burgen Südtirols zählt.

Die Sage „Der alte Weinkeller bei Salurn“ spielt sich in den Gemäuern der Haderburg ab. Diese Sage ist in der Gebrüder Grimm Sammlung, welche unter dem Namen „Deutsche Sagen“ erschien, im Ersten Band unter der Nummer 15 veröffentlicht.

Salurner Wasserfall

Aus einem Felsspalt des Geiersberges entspringt der Wasserfall von Salurn. Die Wassermassen des Titschenbaches, welche aus den senkrechten Felswänden rauschen, können im hinteren Teil von Salurn gesehen werden. Allerdings ist der Wasserfall von Salurn nicht immer zu sehen. Im Rahmen der Wildbachverbauung wurde irrtümlicherweise die wasserundurchlässige Schicht abgetragen, sodass das Wasser nur noch nach starken Regenfällen aus dem Felsen in die Tiefe stürzt.

Urlaub in Salurn

Wer seinen Urlaub in Südtirol verbringen möchte, kann Salurn als Urlaubsort in Betracht ziehen. Denn Salurn hat alles zu bieten, was man sich unter einem typischen Südtirol-Urlaub vorstellt. Der Ort selbst hat viel südländisches Flair, aber auch das Flair einer Kleinstadt. Die umliegende Natur, geprägt von Wein- und Obstwiesen, Wäldern und grünen Wiesen, geben den Urlaubsgästen unendlich viele Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Brenta-Dolomiten, welche für alpines Freizeitvergnügen stehen und einen hohen Erholungswert bieten. Dass das Gemeindegebiet von Salurn und die umliegende Gegend besonders wertvoll und schützenswert ist, zeigt sich alleine daran, dass Salurn ein Teil des Naturparks Trudner Horn ist.

Wer sein Urlaubsdomizil in Salurn sucht, der kann seine Auswahl anhand einiger Hotels und Gasthöfen treffen. Auch für die Jugend ist hier einiges geboten. In Salurn befindet sich nämlich das Jugendhaus Dr. Josef Nordin, eine Jugendherberge.

Daten zu Salurn

Das Gemeindegebiet von Salurn umfasst 33 Quadratkilometer. Die unmittelbare Nähe zur deutsch-italienischen Sprachgrenze macht sich dadurch stark bemerkbar, dass hier der überwiegende Teil der Bevölkerung Italienisch als Muttersprache hat. Von den Einwohnern haben mehr als 62 Prozent Italienisch als Muttersprache. „Nur“ etwa 37 Prozent haben Deutsch und 0,39 Prozent Ladinisch als Muttersprache.

Während im Jahr 1981 Salurn nur noch 2.542 Einwohner zählte, konnte die Gemeinde vor allem im letzten Jahrzehnt stark an Einwohnern hinzugewinnen. So betrug die Einwohnerzahl am 31.12.2009 3.529. Die Zuwanderung ist vor allem den Ausländern (Bürgern, die nicht im Besitz der italienischen Staatsbürgerschaft sind) zu verdanken. Der wahrscheinlichste Grund für die starke Zuwanderung nach Salurn und die stark steigende Einwohnerzahl ist das Überangebot an Mietwohnungen.

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