Die Ortschaft Kaltenbrunn in der Gemeinde Truden
Innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland befindet sich die Ortschaft Kaltenbrunn. Hierbei handelt es sich um eine Fraktion der Gemeinde Truden im Naturpark.
Auf Italienisch wird Kaltenbrunn „Fontanefredde“ bezeichnet.
Der Ort ist von Wäldern und der Landschaft des Naturparks Trudner Horn umgeben und war schon früher ein wichtiger Durchgangsort an der Straße Richtung Fleimstal.
Allgemeines zu Kaltenbrunn
Bei Kaltenbrunn handelt es sich um eine relativ kleine Ortschaft, deren Häuser sich in erster Linie an der Hauptstraße befinden. Jene Hauptstraße des Ortes – die Josef-Mayr-Nusser-Straße (SP59) – zweigt von der Verbindungsstraße – der Fleimstaler Straße – von Auer nach Cavalese – ab. Hierbei handelt es sich auch um jene Straße, die in den Hauptort der Gemeinde Truden im Naturpark führt.
Durch die Ortschaft Kaltenbrunn verläuft die Gemeindegrenze zu Montan, sodass ein Teil des Ortsgebietes zur Gemeinde Montan und ein Teil des Ortsgebietes zur Gemeinde Truden im Naturpark gehört.
Kaltenbrunn liegt auf einer Höhe von 965 Metern über dem Meeresspiegel.
Der Ortsname „Kaltenbrunn“ entstand aus einer kalten Quelle, die es in dem Ort gab und der Heilkräfte nachgesagt wurden.
Kirche St. Josef
Die dem Heiligen Josef geweihte Kirche entstand in den Jahren 1938/1939. Sie ist ein schlichter, kleiner Sakralbau, der vor allem den Bedürfnissen der damals wachsenden Siedlung Kaltenbrunn diente. Im Vergleich zu den alten Dorfkirchen Südtirols besitzt sie keine Baugeschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht, sondern steht eher für die kirchliche Entwicklung des 20. Jahrhunderts.
Architektonisch zeigt sich die St. Josef-Kirche eher dezent. Die Kirche verzichtet auf große barocke Formen und beeindruckende Türme, wirkt aber gerade durch ihre Einfachheit und ihre Lage im Landschaftsraum besonders stimmungsvoll. Sie fügt sich harmonisch in das Dorfbild ein.
Wanderer und Besucher, die auf der alten Bahntrasse der Fleimstalbahn oder den Wegen rund um Truden unterwegs sind, begegnen hier einem kleinen, aber charakteristischen Zeugnis der jüngeren Südtiroler Ortsgeschichte.
Trasse der Fleimstalbahn
In der Zeit von 1917 bis 1963 verband die Fleimstalbahn verkehrstechnisch die Gemeinde Auer mit Pradazzo. Die Bahn ist heute nicht mehr vorhanden. Jedoch erinnert die noch vorhandene Bahntrasse an die seinerzeit nützliche Verkehrsverbindung.
Die Trasse der Fleimstalbahn wird heute als Rad- und Wanderweg genutzt. Der Weg hat eine Länge von insgesamt 24 Kilometer und führt unter anderem durch das bekannte Biotop Castelfeder.
In Kaltenbrunn ist noch das alte Bahnhofsgebäude vorhanden, in dem eine Forststation der Forstverwaltung Bozen beherbergt ist.
Historischer Gasthof Kaltenbrunn
Der alte Gasthof Kaltenbrunn zählt zu den bedeutendsten historischen Gebäuden von Kaltenbrunn. Seine Geschichte ist eng mit der Entwicklung des Ortes verbunden, denn aus dem Gasthof entstand im 19. Jahrhundert ein wichtiger Mittelpunkt für Reisende, Arbeiter und die Einheimischen. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.
Im Jahr 1860 wurde an der Stelle des heutigen Gasthofs ein Gastbetrieb mit Poststation errichtet. Neben der Bewirtung der Reisenden beherbergte das Haus ein Postamt der kaiserlich-königlichen Reichspost und diente als Haltestelle für die Postkutschenverbindung zwischen Neumarkt und Predazzo. Damit hatte der Gasthof schon früh eine wichtige Funktion an der alten Verkehrsroute über den San-Lugano-Pass.
Eine besondere Rolle spielte die zum Gasthof gehörende Brauerei Kaltenbrunn, die vom Unternehmer Giuseppe Cirillo Rizzoli aus Cavalese gegründet wurde. Rund um die Brauerei entwickelte sich nach und nach die heutige Siedlung. Beschäftigte ließen sich nieder und der Gasthof wurde zu einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum von Kaltenbrunn. Auch die spätere Errichtung der Schule und der Kirche St. Josef steht in Zusammenhang mit der Entwicklung des Gasthofs.
Nach einem Großbrand im Jahr 1903 wurde das Haupthaus um ein Stockwerk erweitert und später als Hotel Fontanefredde geführt. Die Brauereitätigkeit endete nach dem Ersten Weltkrieg, doch die Gebäude blieben weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens. In den alten Räumlichkeiten entstanden wieder ein Gasthof, ein Geschäft und weitere Einrichtungen.
