Das Weindorf Pinzon in Südtirol
Pinzon in Südtirol ist ein Ort für diejenigen, die das ursprüngliche Südtirol suchen. Abseits großer Ferienzentren liegt die kleine Ortschaft oberhalb des Etschtals im Südtiroler Unterland und gehört zur Gemeinde Montan. Weinberge prägen die Hänge, historische Höfe und Häuser säumen den Ortskern, und über allem liegt die markante St. Stephan-Kirche mit ihrem spätgotischen Flügelaltar von Hans Klocker.
Pinzon ist klein und gerade darin liegt sein Reiz. Wer durch den Ort spaziert, erlebt kein touristisches Freilichtmuseum, sondern ein gewachsenes Dorf, in dem Weinbau, Landwirtschaft, sakrale Kunst und das alltägliche Leben eng miteinander verbunden sind. Zugleich ist Pinzon ein idealer Ausgangspunkt, um eine der landschaftlich und kulturell interessantesten Gegenden im Süden Südtirols zu entdecken.
Die italienische Bezeichnung des Ortsnamens lautet „Pinzano“.
Die geographische Lage von Pinzon
Pinzon ist eine Fraktion der Gemeinde Montan innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland. Der Ort liegt damit im Süden Südtirols und befindet sich auf einer sonnigen Hangterrasse oberhalb des Etschtals. Die Siedlung befindet sich an den Ausläufern des Cisloner Berges und ist von ausgedehnten Rebflächen umgeben.
Die Lage ist charakteristisch für den südlichen Teil Südtirols. Das Tal liegt vergleichsweise tief, während sich darüber Weinberge und bewaldete Berghänge ausbreiten. Dadurch entsteht eine Landschaft, in der mediterrane Einflüsse und alpines Gelände unmittelbar aufeinandertreffen. Gerade die nach Süden geöffnete Landschaft bringt für den Weinbau, für den Pinzon bekannt ist, optimale klimatische Bedingungen.
Pinzon gehört zur Gemeinde Montan, deren weitere Fraktionen Glen, Gschnon und Kaltenbrunn sind.
Pinzon liegt auf einer Höhe von etwa 400 Metern über dem Meeresspiegel und gilt als eines der bekannten Blauburgunderdörfer Südtirols.
Pinzon und die Tradition des Weinbaus
Wer in die kleine Ortschaft Pinzon kommt, merkt relativ schnell, dass hier der Wein eine bedeutende Rolle spielt. Die Rebflächen rund um den Ort gehören zu einem Gebiet, das besonders für den Blauburgunder - auf Italienisch Pinot Nero – bekannt ist.
Die Rebsorte hat in Südtirol eine lange Geschichte. Sie fand im frühen 19. Jahrhundert in Südtirol eine neue Heimat und besitzt heute unter den roten Rebsorten Südtirols die größte Anbaufläche. Besonders das Unterland mit Montan und Neumarkt gilt als wichtiges Anbaugebiet.
Die Weinberge rund um Pinzon profitieren von ihrer Hanglage und den klimatischen Bedingungen des Südtiroler Unterlandes. Für den Blauburgunder sind solche Standorte besonders interessant, denn die anspruchsvolle Rebsorte verlangt von den Winzern viel Erfahrung und sorgfältige Arbeit.
Im Herbst, wenn sich die Blätter der Reben verfärben und die Trauben gelesen werden, zeigt sich Pinzon besonders eindrucksvoll. Zwischen den Rebzeilen öffnen sich immer wieder Ausblicke über das Etschtal und auf die umliegende Bergwelt.
Die Kirche St. Stephan von Pinzon
Das bedeutendste Bauwerk des Ortes steht in Dorfzentrum. Hierbei handelt es sich um die St. Stephans-Kirche.
Die Ursprünge der Pfarrkirche reichen bis in die Zeit um 1200 zurück. Ursprünglich im romanischen Stil errichtet, wurde die Kirche später im gotischen Stil umgestaltet. Das kunsthistorisch herausragendste Ausstattungsstück der Stephanskirche ist der spätgotische Flügelaltar, der um 1490 vom Brixner Meister Hans Klocker geschaffen wurde.
Der Altar zählt zu den bedeutendsten spätgotischen Altarkunstwerken Tirols. Damit besitzt das kleine Pinzon eine bedeutende Sehenswürdigkeit, welche sich Besucher von Pinzon auf jeden Fall ansehen sollten. Der Altar zeigt neben den Kirchenpatron – den Heiligen Stephanus – unter anderem auch den Heiligen Laurentius.
Für eine Besichtigung der St. Stephans-Kirche sollte man sich vorab über die aktuellen Öffnungszeiten beziehungsweise die Möglichkeit einer Führung informieren.
Allgemeines zu Pinzon
Rund um die St. Stephan-Kirche befindet sich der historische Ortskern von Pinzon. Alte Gebäude, Höfe und die charakteristische Dorfstruktur erzählen von einer Zeit, in der das Leben hier unmittelbar von Landwirtschaft, Weinbau und Handwerk bestimmt wurde.
Für Wanderer ist Pinzon vor allem wegen seiner Lage interessant. Der Ort liegt mitten in einer Kulturlandschaft, die Weinberge, Wälder und Aussichtspunkte miteinander verbindet.
Eine besondere Möglichkeit, die Umgebung kennenzulernen, bietet der Blauburgunderweg. Der Wein- und Kulturlehrpfad führt durch das Blauburgundergebiet rund um Auer, Montan und Neumarkt. Dabei werden unter anderem die Weinlagen von Mazon, Glen und Pinzon miteinander verbunden. Die gesamte Route kann als Tagestour oder in mehreren kürzeren Etappen gewandert werden.
Unterwegs geht es nicht ausschließlich um Wein. Historische Stätten, alte Verkehrswege und interessante Bauwerke gehören ebenso zum Erlebnis. Dazu zählen die archäologisch bedeutsame Landschaft von Castelfeder, die ehemalige Trasse der Fleimstalbahn, das Schloss Enn und die St. Stephan-Kirche von Pinzon.
Kulinarik und Wein gehören in Pinzon zusammen
Ein Besuch in Pinzon lässt sich kaum vom Thema Genuss trennen. Die Küche des Südtiroler Unterlandes verbindet alpine Traditionen mit mediterranen Einflüssen. Dazu kommen regionale Produkte und natürlich die Weine der Umgebung.
Im Pinzonerkeller direkt bei der Kirche werden beispielsweise Südtiroler Gerichte und lokale Produkte angeboten; zum kulinarischen Angebot gehört eine Auswahl regionaler Weine.
Besonders stimmig ist ein Besuch zur Weinlesezeit. Dann wird deutlich, wie eng Landschaft und Landwirtschaft miteinander verbunden sind. Die Weinberge sind nicht bloß dekorative Kulisse, sondern wirtschaftliche Grundlage und kulturelles Erbe zugleich.
