Haderburg

Die Haderburg – Schloss Salurn

Die Haderburg thront über der südlichsten Gemeinde Südtirols und damit über dem südlichsten Ort des deutschen Sprachraums. Hoch über Salurn wurde die Haderburg erbaut und wird daher auch oftmals als „Schloss Salurn“ bezeichnet. Befindet man sich in Salurn, kann man von den meisten Stellen des Ortes die Haderburg sehen, welche sich in den Hängen des Geiersberges befindet. Die Lage der Haderburg direkt an der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung brachte es mit sich, dass deren Geschichte eng mit der Geschichte Tirols, speziell mit der Geschichte des Südtiroler Unterlandes, verbunden ist.

Die Haderburg ist eine Burganlage, welche heute bereits zur Ruine verfallen ist. Renovierungsarbeiten, die in den Jahren von 2001 bis 2003 durchgeführt wurden, ermöglichten es, dass die Haderburg heute für die Öffentlichkeit zugänglich ist und besichtigt werden kann.

Mittelalterliche Burgruine

In welchen Jahren die Haderburg konkret erbaut wurde, ist leider nicht bekannt. Die Burg wurde in einem Reisebericht jedoch schon im Jahr 1053 erwähnt. Damit ist nachzuvollziehen, dass die Burganlage schon sehr zeitig entstand und in der ersten Burgenbauperiode erbaut wurde. Damit handelt es sich bei der Haderburg aus dem Hochmittelalter um eine der ältesten Burgen, welche in dem burgenreichen Südtirol zu finden sind.

Die Haderburg wurde auf einem Felszahn – einem frei stehenden, steil in die Höhe ragenden Felsen – in den Bergwänden des Geisersberges erbaut. Da die Burg nicht aus dem Gestein des Felsens, auf dem sie steht, erbaut wurde, musste das gesamte Baumaterial in die enorme Höhe transportiert werden. Der Bergfried besteht aus Porphyrstein. Der Bergfried war mit einem Palas und einer Umfassungsmauer der erste Teil der Burganlage, der erbaut wurde.

Etwa um den Jahrhundertwechsel vom 12. in das 13. Jahrhundert wurden die Grafen von Tirol Besitzer der Haderburg. Von der Haderburg aus wurde durch das Meraner Adelsgeschlecht nahezu das gesamte Unterland erobert. Ab dem Jahr 1284 war Meinhard II. von Görz-Tirol Eigentümer der Burg. Im Jahr 1349 hatte Ludwig von Brandenburg die Burg belagert und gebrochen. An der Bergseite der Haderburg wurden vom Habsburger Kaiser Maximilian I. der Bau der Festung und weitere Ausbauten der Burg angeordnet. In diesem Zuge entstand also die Vorburg, welche ebenfalls auf dem Felszahn errichtet wurde. Als Beispiele sind hier Sperrmauern, Bastionen und Rondelle zu nennen, welche Schutz vor Feuerwaffen geboten haben. Schon wenige Jahrzehnte später hatte die Haderburg die bis dahin strategische Bedeutung verloren. Die Folge war, dass diese nicht mehr bewohnt wurde und somit dem Verfall ausgesetzt wurde.

Seit dem Jahr 1648 befindet sich die Haderburg im Besitz der Grafen Zenobio-Albrizzi bzw. deren Nachkommen. Dem Baron Ernesto Rubin de Cervin Albrizzi ist es zu verdanken, dass der Verfall der Haderburg gestoppt und eine Restaurierung durchgeführt wurde.

Restaurierung und der „Weg der Visionen“

Über viele Jahrhunderte hinweg verfiel die Haderburg, das einstige Schloss Salurn, immer mehr zur Ruine. Gemeinsam mit der „Stiftung Südtiroler Sparkassen“ hatte die Autonome Provinz Bozen den Verfall der Haderburg gestoppt und in den Jahren von 2001 bis 2003 restauriert. Diese Restaurierung ermöglichte es, dass die Haderburg heute besichtigt werden kann.

Über einen steilen Weg kann die Haderburg von Salurn aus zu Fuß erreicht werden. Der Weg wird als „Weg der Visionen“ bezeichnet, ist gut ausgebaut und auch abends beleuchtet. Der Weg hat eine Länge von zirka 900 Metern.

Die Haderburg kann jährlich in den Monaten April bis Oktober an den Wochentagen Freitag, Samstag und Sonntag jeweils in der Zeit von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr besichtigt werden. Während der Öffnungszeiten kann das historische Gemäuer der Haderburg besichtigt werden; hierfür wurden Aussichtsplattformen, Geländer und Treppen gebaut. Im offenen Burghof wurde eine „Burgschänke“ errichtet. Diese ist bewirtschaftet. An den aufgestellten Tischen und Bänken können sich die Besucher inmitten des einstigen Schlosses Salurn stärken. Mehrmals im Jahr finden auf der Haderburg auch kulturelle Veranstaltungen statt. Welche Veranstaltung zu welchem Zeitpunkt stattfindet, sollte man im Tourismusbüro von Salurn erfragen.

Die Sage

„Der alte Weinkeller bei Salurn“ ist eine Sage, die man sich noch heute in der Gegend erzählt und die sogar von den Gebrüdern Grimm in den „Deutschen Sagen“ im Ersten Band unter der Sagen-Nummer 15 abgedruckt ist. Der Großteil dieser Sage ereignete sich in den Gemäuern der Haderburg und erzählt, dass hier ein Bürger namens Christoph Patzeber in einem Keller Wein gefunden hatte und sich hier über ein Jahr hinweg an dem köstlichen Getränk bedient hatte. Dies musste er allerdings mit seinem Leben bezahlen (s. auch „Der alte Weinkeller bei Salurn“).

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